MAIL ART
Mail Art ist eine avantgardistische Praxis, die aus dem Versenden von Briefen, Postkarten, Umschlägen und ähnlichen außer-künstlerischen Elementen besteht, die durch die künstlerische Gestaltung und/oder gezielte Manipulationen in den Rang von Kunstwerken erhoben und über den Postweg an einen oder mehrere Empfänger zugestellt werden. Die künstlerische Umgestaltung erfolgt dabei frei in der Technik durch das Gestalten spezieller Versionen von Postkarten und Briefen, die anschließend versendet werden. Dabei ist Mail-Art bewusst nicht-kommerziell und entzieht sich den etablierten Kanälen der Vermittlung und Vermarktung.
Genau das, das Ausbrechen aus den Regeln der Kunstpräsentation und -vermarktung und das gemeinsame Arbeiten mit Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt ist das, was mich an Mail Art so reizt. In künstlerischen Kreisen werden gemeinsame Projekte durch Mail Art Calls initiiert, bei denen Künstlerinnen und Künstler aufgerufen werden, künstlerische Beiträge zu einem Thema in Postkartengröße zuzusenden. Die Bedingungen sind dabei immer gleich. Alle Techniken sind erlaubt, aller Arbeiten (soweit ethisch vertretbar) werden zugelassen, keine Arbeit wird zurückgesendet und die Ausloberinnen und Auslober sind verantwortlich für die Präsentation der Arbeiten in analogen und digitalen Ausstellungen und Katalogen.
Ich habe zu folgenden Mail Art Aktionen Beiträge geleistet:
BLUMEN FÜR DEN FRIEDEN / FLOWERS FOR PEACE
Zu ihrem 25-jährigen Jubiläum rief die Galerie Eulenspiegel in Basel 2026 dieses Mail Art-Projekt aus. Die eingereichten Arbeiten sind auf der Website der Galerie zu sehen. Der Aufruf läuft derzeit noch. Ausstellungen sind in Basel und in Sigriswill in der Schweiz geplant. Ich habe mich hier mit dem satirischen und sicherlich etwas zynisch-pessimistischen Werk „It didn’t work“ beteiligt. Weitere Infos zu diesem Projekt folgen.
It didn't work (2026)
Tempera, Tusche, Kreide
14,8 x 10,5 cm
KANN KUNST ALS ZAHNLOSER TIGER TRUMP BEISSEN?
Der Aufruf zu diesem Mail Art-Projekt kam unmittelbar nach der ersten Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten von der Kölner Künstlerin Clementine Klein. Künstlerinnen und Künstler waren aufgefordert, Herrn T. und der Welt in Postkartengröße zu zeigen, dass der Kaiser keine Kleider trägt. 75 Künstlerinnen und Künstler haben sich mit 140 Arbeiten beteiligt. Die Arbeiten sind auf der Website des Projektes einsehbar. Zwischen 2017 und 2021 waren die Arbeiten in Köln, Düsseldorf, Deggendorf, Toblach/Dobbiaco, Hamburg, Vilshofen, Regensburg, Leverkusen, Monheim, München, Ulft (NL) und Ulm zu sehen. Zu dem Projekt erschien ein deutsch-englischer Katalog. Ich war mit der Arbeit „Fair is foul and foul is fair“ beteiligt, mit der ich den per Publikumsvoting in allen Ausstellungen ausgelobten Publikumspreis gewinnen konnte (siehe auch "Auszeichnungen").
Fair is foul and foul is fair (2017)
Pastellkreide
14,8 x 10,5 cm
ANFANG – ABSCHIED – ENDE – ANFANG
Der Aufruf des in der Bodensee-Region beheimateten Spaltenstein-Projekts befasste sich mit dem Leben und Sterben, dem Abschiednehmen und dem gleichzeitig dem innewohnenden Anfang. 171 Teilnehmende aus 25 Ländern haben 515 Arbeiten eingesendet. Das 2012 ausgerufene Projekt war u.a. im Kloster Lorch, Stuttgart, Bad Waldsee und Ravensburg zu sehen. Zu dem Projekt erschien ein deutschsprachiger Katalog. Ich hatte mich an diesem Projekt mit der Arbeit „Abschied“ beteiligt.
Abschied (2012)
Tempera
14,8 x 10,5 cm


