Klaus Busch
Bilder und Illustrationen

PARADIES UND INFERNO
Ein Dante-Projekt

2023 hat der Kultur- und Geschichtsvereins Vilshofen zu einem Ausstellungsprojekt geladen, Inspiriert von Dante Alighieris Göttlicher Komödie hatte der Verein Künstlerinnen und Künstler eingeladen, ihre Visionen und Vorstellungen von Paradies und Inferno durch eine künstlerische Auseinandersetzung sichtbar zu machen.In der Turmgalerie Vilshfen wurden die eRgebnisse in einer Ausstellung gezeigt. Ich bin der Einladung damals gerne gefolgt und hatte mit den beiden Arbeiten „Fake Paradise“ und „Hell Ain’t A Bad Place To Be (Angus Said)“ einen Beitrag zu der Ausstellung geleistet. Tatsächlich hatte ich aber deutlich mehr Ideen zu dem Thema im Kopf, die ich nach und nach erarbeiten möchte. Der Zyklus befindet sich also noch im Entstehen.

Die Bilder im Einzelnen:

Fake Paradise
Pastellkreide
48 x 36 cm
2023

In "Fake Paradise" habe ich die Rollen umgedreht. Das vermeintliche Paradies unter Palmen ist Mar-a-Lago, der private Wohnsitz des 45. und leider auch 47. Präsidenten der USA, der den "Fake" gesellschaftsfähig machte. Ein Ort, vor dem sich scheinbar selbst die Dämonen fürchten, erscheint doch auf dem Bildschirm die Überschrift des Tors zur Hölle aus Dantes Göttlicher Komödie. Was ist also nun Paradies und was ist Inferno? Eins dürfte sicher sein: Unsere menschliche Vorstellung von Paradies, die so häufig menschengemachte Orte mit Palmen und Strand beinhalten, dürften eben nur ein "Fake" sein...


Hell Ain't A Bad Place To Be (Angus Said)
Pastellkreide
36 x 48 cm
2023

Der Titel zitiert einen Song von AC/DC vom Album "Let there be Rock" (deshalb "Angus said").. Herr Young erscheint auch gleich persönlich auf der Szenerie. Vielleicht ist es ja tatsächlich wie beim "Münchner im Himmel", dass das ewige Frohlocken und Halleluja-Singen irgendwann langweilig wird. Die Engel - beobachtet von Dante im Fensterbogen - scheinen zumindest den Eindruck zu erwecken. Ein Stockwerk tiefer geht deutlich mehr die Party ab. Auch hier verkehre ich wieder das Bild von Paradies und Inferno. Was ist Paradies, was ist Inferno? Die Frage bleibt unbeantwortet.


Bella Italia?
Aquarell, Tusche, Pastellkreide
48 x 36 cm
2026

Italien ist schön! Bella Italia, der Traumort der Durchschnitts-Deutschen seit Jahrhunderten, ist Wiege zahlreicher gesellschaftlicher, wissenschaftlicher und künstlerischer Neuerungen, die die Welt deutlich besser gemacht haben. Italien ist aber auch der Ort der „Fratelli d’Italia“ mit einer Rechtsaußen-Ministerpräsidentin, eines frauenfeindlichen „Bunga Bunga“-Medienzars und Ministerpräsidenten und einer mit den Deutschen vergleichbaren Geschichte in den 30er und 40er Jahren des 20. Jahrhunderts (es sei in diesem Fall das herrliche Aufeinandertreffen der selbsternannten deutsch-italienischen Führer in Charlie Chaplins „Der große Diktator“ zur Ansicht empfohlen). Deshalb schaut Dante in diesem Bild auf ein „Bella Italia“ mit Fragezeichen. Gut und Böse, Paradies und Inferno sind vereint in diesem Land, das wusste auch schon der bedeutende Dichter.

t.b.c.