KEEP ROCKIN' 31-36
Mark (XXXI)
Mit Mark Knopfler und Dire Straits bin ich groß geworden. Ich erinnere mich noch sehr genau daran, wie ich gemeinsam mit meinen Freunden Rüdi und Alex in Rüdis von einem Schlagzeug großteils eingenommenen Zimmer erstmals das großartige Album "Love Over Gold" hörte und wir absolut geflasht davon waren. Auf Alex waren wir neidisch, weil es beim HR Konzertkarten für Dire Straits gewonnen hatte (und uns nicht mit-nahm...). Gesehen habe ich Mark Knopfler dann sehr viel später 2005 in München. Ich selbst mag auch die Solosachen von Mark Knopfler, insbesondere seine Filmmusiken. So hat er die wunderbare Musik zu meinem absoluten Lieblingsfilm "Local Hero" geschrieben. Als Farbklecks habe ich dem älteren Herrn Knopfler ein knalliges Stirnband angezogen, sein Markenzeichen in den 80ern, auf das er heute vermutlich nicht mehr wirklich stolz ist...
Roger (XXXII)
Auch Supertramp ist eine Band, die mich intensiv durch mein Leben begleitete. Von „Crime Of The Century“ bis „Breakfast In America“ war jedes Album eine Offenbarung. Was vor allem an Roger Hodgson als Songwriter lag, dessen Werke mich deutlich mehr ansprachen als die des leider schon verstorbenen Rick Davies. Mit dem Ausstieg von Roger Hodgson bei Supertramp war dann auch meine persönliche Supertramp-Zeit vorbei. Roger Hodgson durfte ich 2009 beim „Great Wide Open“ in Mühldorf sehen, wo er für mich persönlich trotz Stimmproblemen die ebenfalls aufspielenden Deep Purple, Status Quo und Hooters in den Schatten stellte. Als besonderen Farbklecks habe ich hier das Tablett mit dem Orangensaft von dem „Breakfast In America“-Cover gewählt und es so platziert, dass es aussieht, als würde Roger Hodgson hier servieren. Tat er ja auch – musikalisch halt.
Bryan (XXXIII)
Wenn man früh im Leben einen seiner besten Freunde verliert, bleibt ein Loch im Leben, in das man nahezu täglich einen Gedanken wirft. Der vermutlich allgemein nicht so bekannte Bryan Josh von Mostly Autumn teilt mit mir diese Erfahrung. Bryan Josh hat mit Mostly Autumn darüber ein wunderbares Album gemacht, White Rainbow. Spätestens dieses Album, das mich auf einer tiefen emotionalen Ebene anspricht, hat mich ganz nah an Mostly Autumn gebracht. Bryan Josh ist der beste David Gilmour seit David Gilmour. Nach einem gescheiterten Versuch 2022 in Reichenbach habe ich Mostly Autumn 2025 endlich im großartigen „Rind“ in Rüsselsheim sehen können. Der Farbklecks ist ein Foto seines Bandkollegen und Freundes von Kindheit an, Liam Davison, in seiner Brusttasche, der 2017 überraschend verstorben ist
Marius (XXXIV)
Vor allem der frühe Marius Müller-Westernhagen (die Zeit, bevor er sich nur noch "Westernhagen" nannte) zeichnete sich aus durch geradlinige, schmutzige, provokante Texte und eine Musik, die die gesamte Spannbreite zwischen wunderbar melodiös und anarcho-punkig abdeckte. In dieser Zeit und aus dieser Zeit heraus bewunderte ich nicht nur den Musiker, sondern auch den Schauspieler Marius Müller-Westernhagen, vor allem in der Figur des Fernfahrers Theo. Er war übrigens auch schuld daran, dass wir einen in den 80ern aus der DDR geflüchteten Freund zeitweise "Gerti" nannten. Insider werden wissen, warum. In seinen wilderen Jahren und noch vor seinen Stadionzeiten habe ich Marius Müller-Westernhagen auch live gesehen, 1985 in der eher kleinen Kongresshalle in Gießen. Der Farbklecks ist sein markanter goldener Ohrring im linken Ohr.
Spencer (XXXV)
Von dem 2020 verstorbenen Spencer Davis, Gründer der Spencer Davis Group, besitze ich kein einziges Album. Deutlich näher war ich musikalisch immer an Steve Winwood, dem früheren Sänger der Spencer Davis Group, sei es in seinen Jahren bei Traffic oder seinen Solo-Projekten. Beiden ist gemeinsam, dass sie wunderbare, eher vom Soul geprägte Musik mach(t)en. Mit Spencer Davis verbindet mich dennoch eine besondere Geschichte, da er mit der Spencer Davis Group, mit dem großartigen Pete York an den Drums, 1985 im Gießener "Ausweg" auftrat. Das "Ausweg" war eigentlich eine eher punklastige Disco. Es passte irgendwie nicht so richtig zusammen und wir erfuhren auch nur eher zufällig davon. Bis zuletzt mit einem Fake rechnend, waren mein Freund Peter und ich dort und tatsächlich spielte die Spencer Davis Group. Mein handgemachtes Ticket trug die Nummer 53 und viel mehr Menschen waren auch nicht dort. Als Farbklecks habe ich Spencer Davis ein 60er-Jahre-Hemd von einem frühen Bandfoto angezogen.
Kevin (XXXVI)
Mit Kevin Cronin von REO Speedwagon schließt sich der Kreis. Meine Freunde Rüdi und Alex, glühende REO Speedwagon-Fans, kamen irgendwann Anfang der 80er Jahre auf die Idee, ein REO-Fanzine zu entwickeln. Sie brauchten jemanden für das Layout. Und so zeichnete ich in dieser Zeit nicht nur für die Schülerzeitung, sondern entwarf auch Logos für das erste REO-Fanzine in Deutschland. Es hatte die unglaubliche Auflage von ca. 20 handkopierten Exemplaren und kam über eine Handvoll Nummern nicht hinaus. Leider gibt es keine Nachweise dieser sicherlich künstlerischen Meilensteine mehr. Darum setzt auch ein Bandmitglied von REO Speedwagon den Schlusspunkt, mit meinen Erinnerungsresten an unser Handmade-Fanzine als Farbklecks im Arm. Das Logo kam mir beim Zeichnen zumindest bekannt vor. Kevin Cronin und REO Speedwagon habe ich als Siebzehnjähriger bei "Rockpop in Concert" im Dezember 1982 in der Dortmunder Westfalenhalle gesehen. Die damalige Übertragung im ZDF kann man einschließlich der jugendlichen Alex, Rüdi und Klaus in der ersten Reihe heute auf YouTube sehen.
Alex erzählt übrigens gerne, dass ein Mitschüler namens Hans-Jörg unser einziger Abonnent war (und deshalb auch jedesmal das Gewinnspiel gewonnen hat). Hans-Jörg, wenn du das hier liest, schau doch bitte mal auf dem Dachboden nach. Die Kunstwelt giert nach einem Exemplar!











