KEEP ROCKIN' 13-18
Udo (XIII)
Udo Lindenberg ist der Wegbereiter der deutschen Rockmusik. Ich mag vor allem seine rockigeren Sachen aus den 70ern und erinnere mich noch genau, welches Entsetzen er bei der Generation vor uns ausgelöst hat, als die plötzlich die Texte verstanden haben. Einige meiner Freunde waren und sind eingefleischte Lindenberg-Fans. Der Farbklecks ist diesmal ein Glas seines geliebten Eierlikörs. Udo Lindenberg habe ich auf dem legendären 5. Anti-WAAhnsinns-Festival 1986 in Wackersdorf/Burglengenfeld, dem "deutschen Woodstock", sehen dürfen. Das ist ja inzwischen museal geworden (eine Eintrittskarte hängt im Haus der bayerischen Geschichte in Regensburg). Aber: I was there! Und die Eintrittskarte habe ich auch noch...
Mick (XIV)
Mick Box ist das letzte in der Band verbliebene und noch lebende Mitglied von Uriah Heep aus deren goldenen Zeit in den 70ern. Mit Uriah Heep verbindet mich eine ganz besondere Geschichte, da ich die Band bereits mit zarten 17 im November 1983 gesehen habe. In einer Zeit zahlreicher Umbrüche trat die Band damals im Bürgerhaus in Langgöns auf, organisiert von den Besitzern des "Hard Rock" im gleichen Ort. Für mich Anlass genug, mich mit dem Mofa (und nach meiner Erinnerung ohne Wissen meiner Eltern) auf den gut 30 km weiten Weg durch eine lausig kalte Novembernacht zu machen. Unterwegs ist mir noch das Frontlicht abgebrochen, aber ich habe mich durchgekämpft. Das erste Konzert, das ich alleine besucht habe - illegal, weil minder-jährig. Aber umso mehr gehörte ein Mitglied von Uriah Heep in diese Serie. Mick Box wurde sein Portrait schon vorgestellt. Von ihm kam darauf ein kleiner schriftlicher Gruß, dem ich einen Ehrenplatz in meinem Atelier eingerictet habe
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Bob (XV)
2016 bekam Bob Dylan den Literaturnobelpreis, eine Entscheidung, die ich als Lyrik-affiner Mensch gut mittragen konnte. Seine Musik und seine Texte sind aktueller denn je. Die Welt, die er aber in unserer aller Namen einfordert, ist weiter entfernt denn je. "The times they are a-changin'", aber leider in die völlig falsche Richtung. "How many times must the cannonballs fly before they're forever banned" ist wieder erschreckend aktuell. Wegen seiner klaren Aussagen und seiner klaren Haltung bin ich Dylan-Fan. Auch wegen seiner Musik, wenn die natürlich nicht wirklich Rock ist. Bob Dylan durfte ich mit seiner eigenen und auch eigenwilligen Art, seine Musik zu präsentieren, 2018 in Nürnberg sehen. Der Farbklecks ist eine Art Brosche, die er gerne trägt.
Wolfgang (XVI)
Mit Wolfgang Niedecken und BAP verbinden mich besondere Lebensmomente. Das BAP-Konzert am 7. Oktober 1982 in Gießen war mit 16 das erste Rock-Konzert überhaupt in meinem Leben. Zu meinem Bedauern habe ich das Ticket nicht mehr. Logischerweise ebenfalls ohne Ticket habe ich BAP dann zusammen mit weit über 100.000 Menschen bei der Demo gegen den NATO-Doppelbeschluss am 22. Oktober 1983 im Bonner Hofgarten gesehen (und auch Willy Brandt und Heinrich Böll). Es folgten zwei BAP-Konzerte 1986, beim Open Air in Gießen (im Zivildienst als Begleiter jungen Rollstuhlfahrers) und beim legendären 5. Anti-WAAhnsinns-Festival. 2025 schloss sich dann der Kreis mit dem Besuch des großartigen Zeitreise-Konzerts in Regensburg. Wolfgang Niedecken hat einige der schönsten „deutschsprachigen" Liedtexte überhaupt geschrieben und oft meine Lebenssituationen gespiegelt. "Stell dir vüür" traf den Irrsinn der Gewissensprüfung für Kriegsdienstverweigerer auf den Kopf. Und "Kristallnaach" ist leider aktueller denn je.
Ian (XVII)
Der einzigartige Drummer Ian Paice ist den meisten bekannt als Band-Mitglied von Deep Purple. Das einzige Band-Mitglied, das von Anfang an Teil der Band war und ist, egal welche "Mark"-Besetzung gerade dran war. Was wenige wissen ist, dass Ian Paice zeitweise auch Drummer der Band von Gary Moore war. Und genau in dieser Zeit habe ich ihn mit Gary Moore gesehen, als Siebzehnjähriger bei "Rockpop in Concert" im Dezember 1982 in der Dortmunder Westfalenhalle. Das Konzert, das damals im ZDF übertragen wurde, kann man heute auf YouTube sehen (und den jungen Klaus - weißer Pullover, lange Haare und ein furchtbarer Schnauzbart - in der ersten Reihe im Publikum auch). 2009 habe ich ihn dann mit Deep Purple nochmals in Mühldorf erleben dürfen, zusammen mit den Hooters, Status Quo und Roger Hodgson. Der Farbklecks ist diesmal sein Markenzeichen, die Brille mit den "purple"(!) Gläsern.
Wolf (XVIII)
"Zieh' die Stiefel an, mach' mich auf den Weg, lass' den kalten Wind um meine Nase weh‘n...", habe ich fast jedesmal im Kopf, wenn ich Schuhe anziehe, um irgendwo hin zu starten. Kein anderer Rocksänger dringt so sehr textlich in meinen Alltag wie Wolf Maahn. Sei es im Supermarkt (wo John Lennon zu unsere gemeinsamen Schrecken durch die Laut-sprecher ha-allt) oder "total gut drauf" zu irgendwelchen Feiern, auf die ich mich freue. Das mag natürlich nicht zuletzt daran liegen, dass unsere gemeinsamen Einstellungen zu gesellschaftlichen Fragen so nah beieinander sind. Dementsprechend habe ich Wolf Maahn und seine Deserteure und beim legendären 5. Anti-WAAhnsinns-Festival im Juli 1986 in Burglengenfeld/Wackersdorf gesehen und ein Jahr zuvor beim 3. Gießener Open Air, das 1985 ein Festival nur mit deutschsprachigen Bands war.














