KEEP ROCKIN' 1-6
Keith (I)
Es gibt für einen Zeichner kaum etwas reizvolleres als ein Gesicht, das mit Furchen und den Spuren des Lebens überzogen ist. Diese Heraus-forderung war das Ausgangsmotiv für den "Keep Rockin'"-Zyklus. Schon deshalb musste Keith Richards, den ich mit den Rolling Stones 2017 im österreichischen Spielberg gesehen habe, natürlich den Anfang für den Zyklus machen. Ein dankbareres Motiv wird es kaum geben. Der Farbklecks versteckt sich in der Zigarette in seiner Hand.
Ian (II)
Ian Anderson von Jethro Tull ist als Mensch und als Musiker ein Paradiesvogel. Ich durfte ihn dreimal, zweimal in München und einmal in Regensburg live bewundern, auch als älterer Herr noch immer auf einem Bein stehend und seiner Querflöte die wildesten Töne entlockend. Das starrende eine Auge mit hochgezogener Augenbraue ist ebenfalls eines seiner Markenzeichen. Der Farbklecks ist hier ganz dezent in seiner Flöte enthalten, die natürlich ein Muss in seinem Portrait ist.
Peter (III)
Peter Gabriel hat mich Zeit meines musikalischen Lebens außerordentlich fasziniert. Sei es als verschrobener lyrischer Kopf der frühen Genesis, sei es als Solokünstler mit immer neuen innovativen musikalischen und eben auch gestalterischen Ideen. Der Film "Birdy" ist auch wegen der Musik Peter Gabriels einer meiner Lieblingsfilme. Zu "Biko" habe ich gegen Apartheid demonstriert und "So" war eine Offenbarung. Auch seine weltmusikalischen Ausflüge haben mich immens fasziniert. Peter Gabriel durfte ich 1987 auf der "So"-Tour in Offenbach erleben (und in einer Jugendzeitung einen Artikel zu diesem Konzert schreiben) und deutlich später 2004 in Nürnberg. Der Farbklecks ist hier die Mikrofotografie zweier roter Blutkörperchen vom Cover des "Scratch My Back"-Albums.
Paul (IV)
Eines der ersten Alben, die ich in meinem Leben besaß, war ein Best of-Album der Beatles (nach meiner Erinnerung habe ich es geschenkt bekommen). Auch wenn John Lennon mein uneingeschränkter Lieblings-Beatle war, war es dennoch ein zentrales Lebensziel von mir, einen der Beatles einmal live zu sehen. Am 14. Mai 2003 war es dann so weit, als ich gemeinsam mit meiner Frau (Sir) Paul McCartney in der Stadthalle in Wien erleben durfte. Ich habe ihm als Farbklecks die Krawatte angelegt, die seine Zeichentrickfigur in "Yellow Submarine" trug.
Neil (V)
Der leider bereits 2020 verstorbene Neil Peart war Drummer und zugleich Texter der kanadischen Band Rush. Rush war eine Band, die meine Freunde und mich von Jugend an mit ihrer Komplexität faszinierte. Ich durfte Rush noch mit Neil Peart am Schlagzeug 2011 in Frankfurt sehen und habe dafür einen wilden Ritt auf mich geommen (Arbeit - Zug nach Frankfurt - Konzert - Nachtzug zurück - Arbeit). Als Farbklecks habe ich ihm einen seiner Drumsticks in die Hand gedrückt.
Steve (VI)
Seitdem ich etwa 15 der 16 Jahre alt war, bin ich ein eingefleischter Genesis-Fan. Diese Liebe reicht aber nur bis zu dem Moment, als Phil Collins meinte, die Band kommerziell erfolgreicher machen zu müssen. Das ist auch in etwa die Zeit, als Steve Hackett Genesis verließ. Bei "And Then There Were Three" und "Duke" bin ich noch treu geblieben, bei "Abacab" begann ich zu fremdeln und ab "Genesis", dem 12. Album, war die Liebe gänzlich erkaltet. Treu geblieben bin ich neben Peter Gabriel auch Steve Hackett bei dessen Solo-Projekten, zumal mich auch seine klassischen Ausflüge mitreißen. Wer heute die frühen Genesis erleben möchte, muss Steve Hackett sehen. Folgerichtig war ich schon sechsmal bei einem Hackett-Konzert: 2013, 2014, 2015 und 2019 in München sowie 2023 und 2024 in Nürnberg. Ich habe ihm als Farbklecks einen seiner Schals umgehängt.



















