Klaus Busch - Bilder & Illustrationen

Neueste Werke

Frisch vom Zeichentisch

 

 

 

 

Timesurfers

Pastellkreide

80 x 120 cm

 

Unter dem Namen „IMAGO“ hat sich Anfang der 2000er Jahre eine Gruppe surrealistischer und phantastischer Künstlerinnen und Künstler aus dem süddeutschen und österreichischen Raum zusammengefunden. Ich wurde von einigen Jahren von der IMAGO-Gruppe eingeladen, mich ihnen anzuschließen. Ganz in der Tradition der Künstlervereinigungen des 19. und 20. Jahrhunderts  hat sich die IMAGO-Gruppe 2018 eine gruppeninterne Wettbewerbsaufgabe gestellt. Jedes Mitglied war aufgerufen, ein Bild zum Thema "Propheten" in einem einheitlichen Format von 80 x 120 cm zu erstellen. Keiner wusste, was der oder die jeweils andere gemacht hat. Anlässlich der Eröffnung in Landshut am 28. März wurden die Propheten-Bilder nun im wahrsten Sinne des Wortes erstmals "enthüllt"

Propheten sind Menschen, die zumindest mit einem Teil ihres Wesens jenseits von Raum und Zeit leben und uns bekannte lineare Zeitdimensionen durchstoßen. Das thematisieren die "Timesurfers". Die religiöse Dimension des Prophetentums spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Propheten- und Sehertum kommt in vielen Religionen vor. Daher surfen hier auch verschiedene Religionsvertreter durch die Astralnebel. Uns vor Augen und entsprechend im Vordergrund des Bildes ist der orientalische Typus des Propheten. Sie alle eint aber das Wort, der Versuch des Ausdrucks ihrer Visionen. Deshalb begleiten die Bücher sie auf ihrer Reise durch Raum und Zeit und dienen hier und da auch als unterstützendes Fortbewegungsmittel.

 

September 2018 / März 2019
 

 

 

 

 

 

 

Der Schwarzmaler

Pastellkreide

30 x 30 cm
 

Mir wird ja ab und zu vorgeworfen, die Welt zu negativ zu sehen und Schwarzmalerei zu betreiben. Also habe ich einfach einmal Schwarzmalerei betrieben. Hier ist er also, der Schwarzmaler. Sein Pinsel verstreut die Dunkelheit, die ihn schon umgibt. Der "Schwarzmaler" ist mein diesjähriger Beitrag zur "30x30x30"-Ausstellung des BBK Niederbayern. Weitere Infos unter Ausstellungstermine.

 

März 2019
 

 

 

 

 

 

Frühling in Niederbayern

Pastellkreide

48 x 22 cm

 

„Frühling in Niederbayern“ ist das einundzwanzigste Werk zu einer Serie von Pastellen gleichen (und extremen Quer-)Formats unter dem Arbeitstitel „Der Narrenspiegel“, mit denen ich meinen Mitmenschen mal satirisch, mal auch etwas boshafter einen solchen vorhalten möchte.   

Frühling gibt es eigentlich nicht in Niederbayern, es geht der Winter immer unmittelbar in den Sommer über. Kaum wird es aber wärmer, wird es laut in Niederbayern. Dann will alles raus ins Freie. Aber auf die niederbayerische Art. Nur nicht zu Fuß, ja keine Ruhe, sondern rein ins SUV, rauf aufs Quad, das Geländemotorrad, das Mountainbike. Dann wird die Natur vereinnahmt: Hemmungslos, wertelos, rücksichtslos, ruhelos. Über den Auto- und Motorisierungswahn meiner niederbayerischen Mitmenschen habe ich mich bereits mit früheren Werken ausgelassen. Nicht umsonst stammt der "Bundesschutzminister für die Autoindustrie", der Tempolimits auf Autobahnen „gegen jeden Menschenverstand“ findet, aus Niederbayern. Fehlt nur noch der Autokorso gegen den Klimawandel. Das wäre in Niederbayern gar nicht mal so unwahrscheinlich…

März 2019
 

 

 

 

 

Flash

Pastellkreide

30 x 30 cm
 

Licht an sich und Licht zu zeichnen ist etwas Faszinierendes. Das Motiv des Blitzes mit all seiner Schönheit und Urgewalt habe ich mir deshalb schon des Öfteren vorgenommen. Hier die neueste Version.

 

März 2019
 

 

 
 

  

 

Goldesel

Bleistift und Pastellkreide

20 x 28 cm
 

Der Goldesel gehört spätestens seit dem krachenden Scheitern der Marxschen Versuche der Unterschutzstellung zu den bedrohtesten Tierarten überhaupt. Etliche turbokapitalistische Großwildjäger in Nadelstreifen haben sich an seine Fersen geheftet, um seine Rohstoffe hemmungslos auszubeuten. Deshalb füllen Goldesel heute die Trophäenschränke zahlreicher Wolkenkratzer in Frankfurt, London oder New York, Eines dieser bedauernswerten Exemplare ziert dieses Bild.

Überwiegend mit Bleistift gearbeitet (nur die Münze ist mit Kreidestiften gemacht), ist der "Goldesel" mein diesjähriger Beitrag zur III. kleinformatigen Ausstellung auf dem Kreativhof Lehmberg, die dieses Jahr  "Der Esel - Mul(t)italent" zum Thema hat. Schon im vergangenen Jahr konnte ich an dieser schönen Ausstellung damals zum Thema "Schwein sein" dabei sein. Näheres unter Ausstellungstermine.

 

März 2019
 

 

 
 

 

 

In The Air Tonight

Pastellkreide

56 x 42 cm
 

Es wurde mal wieder Zeit für ein wenig Surrealität. Bei dem Bild reizte mich das Verschieben der Perspektiven und Realitäten, das Morbide und Freie, das es zugleich ausdrückt. Es spielt mit Wahrnehmungen und ist ansonsten einfach ein großer zeichnerischer Spaß! Der Titel zitiert den einzigen guten Song, den Phil Collins jemals geschrieben hat...

 

März 2019
 

 

 

 

 

Tu felix Austria?

Pastellkreide

48 x 22 cm

 

„Tu felix Austria?“ ist das zwanzigste Werk zu einer Serie von Pastellen gleichen (und extremen Quer-)Formats unter dem Arbeitstitel „Der Narrenspiegel“, mit denen ich meinen Mitmenschen mal satirisch, mal auch etwas boshafter einen solchen vorhalten möchte.   

Ein Wunschbild meiner österreichischen Schwiegereltern, die derzeit zunehmend an ihren österreichischen Landsleuten verzweifeln. Die große Lebenslüge des modernen Österreich ist die Stilisierung des Nachkriegs-Österreich zum ersten Opfer des Nationalsozialismus, ohne jemals eigene Schuld und deren Ursachen zu hinterfragen, obwohl zahlreiche Täter und Mörder des Dritten Reiches Österreicher waren und nicht zuletzt auch Hitler selbst in Österreich "sozialisiert" wurde. Eine positive und wichtige Erinnerungskultur gab es nie. Das ist der Nährboden bis heute salonfähiger rechtsextremer Ressentiments in Österreich bis hin zu offen antisemitischen deutschnationalen Burschenschaften, denen zahlreiche der derzeit politisch Verantwortlichen insbesondere der FPÖ angehörten oder sogar noch angehören. Und den Satz "Man wir doch wohl noch sagen dürfen, was man denkt", gefolgt von entsprechend menschenverachtenden Aussagen, hört man sehr häufig in Österreich, so auch gerne vom volkstümlich-schaurigen Sänger Andreas G..

Und so findet sich in den Kaiserappartements der Wiener Hofburg eine merkwürdige Szenerie zusammen. Im geballten K.u.K-Kitsch mit Sissi-Kleid, vorbeifahrendem Fiaker, Sachertorte, Mozartkugeln und Schneekugel mit Riesenrad sitzen still verzweifelt die Vertreter eines vergangenen Österreichs in seiner kulturellen Blüte. Bezeichnenderweise am rechten Rand finden sich dann Vertreter eben jenes rechten Randes, von aktuellen Politikern in Burschenschaftsuniform über den ehemaligen Salzburger Weihbischof Laun, der eine unrühmliche Tradition erzkonservativer und fremdenfeindlicher Kirchenvertreter in Österreich fortsetzt (man erinnere sich nur an den unsäglichen Bischof Krenn), bis hin zu den beiden österreichischen Verursachern des ersten und zweiten Weltkrieges. Dahinter schreit Andreas G. zum Leidwesen Mozarts seine plumpe Volkstümlichkeit ins Mikrofon. "Tu felix Austria" ist schon lange nicht mehr. Meine Lieblingsfigur aus der Sammlung des Kunsthistorischen Museums in Wien, eine Figur aus dem "Fest des Bohnenkönigs" von Jacob Jordaens, zeigt deutlich, was er von den Zuständen im heutigen Österreich hält: Er findet´s zum Kotzen!

 

Februar 2019
 

 

 

 

 

Erdinger Moos

Pastellkreide

36 x 48 cm
 

Die Bildidee entstand bei einer Fahrt durch die Gegend bei Erding, als ein starkes Gewitter aufzog. Das Erdinger Moos ist eine faszinierende Moorlandschaft nordöstlich von München. Leider hat sich im vergangenen Jahrhundert aber ein in Sachen Selbstdarstellung, Gesetzestreue und moralische Integrität wie einst die antiken römischen Kaiser regierender bayerischer Ministerpräsident in den Kopf gesetzt, genau hier einen großen Flughafen zu bauen. Die Bahnanbindung hat man dabei leider vergessen, was später zu lustigen Reden seiner Nachfolger führte. Das Regieren wie ein antiker römischer Kaiser führt bei den bayerischen Landsleuten erstaunlicherweise dazu, dass dieser ehemalige Ministerpräsident bis heute eben wie ein antiker römischer Kaiser sakrosankt verehrt wird, bis hin zu tatsächlich existierenden Pilgerstätten. Das bayerische Kolosseum ist aber nun ein Flughafen. Und seitdem präsentiert sich das Erdinger Moos so...

 

Januar 2019
 

 

 

 

 

Warum der junge Moses nie das Surfen lernte

Pastellkreide

48 x 22 cm

 

„Warum der junge Moses nie das Surfen lernte“ ist das neunzehnte Werk zu einer Serie von Pastellen gleichen (und extremen Quer-)Formats unter dem Arbeitstitel „Der Narrenspiegel“, mit denen ich meinen Mitmenschen mal satirisch, mal auch etwas boshafter einen solchen vorhalten möchte.   

Warum der junge Moses nie das Surfen lernte? Weil sich das Meer immer gleich teilte...

Neben allem Spaß an der Absurdität des Bildmotivs ist das Bild auch ein Plädoyer für die Vorzüge der "Normalität" zu mancher Zeit. Außergewöhnlich begabte Menschen sind häufig mit ebenso außergewöhnlichen Ansprüchen und Erwartungen an ihre Person konfrontiert. Das macht das Leben für diese Menschen nicht immer einfacher. Viele scheitern auch daran. So, wie der junge Moses am Surfen scheitert. Man kann seinen Wunsch förmlich spüren, manchmal auch einfach normal sein zu dürfen.

 

Dezember 2018
 

 

 

 

 

2028: Die Wiederentdeckung des EM-Finalballs von Belgrad

Pastellkreide

48 x 22 cm

 

2028: Die Wiederentdeckung des EM-Finalballs von Belgrad“ ist das achtzehnte Werk zu einer Serie von Pastellen gleichen (und extremen Quer-)Formats unter dem Arbeitstitel „Der Narrenspiegel“, mit denen ich meinen Mitmenschen mal satirisch, mal auch etwas boshafter einen solchen vorhalten möchte.   

Es wurde ja mal Zeit für ein Fußballbild. Wenn auch ein ganz eigenes...

20. Juni 1976, gegen 23:00 Uhr: Ein Metzgersohn aus Schwaben tritt an, einen Elfmeter zu schießen. Vom Punkt steigt der Ball senkrecht in den Himmel und ward gerüchteweise nie mehr gesehen. Viele Suchexpeditionen seit damals scheiterten. Bis es 2028 zu einem Zufallsfund kam.

Der weiteren Karriere des Ulrich H. aus U. tat dies keinen Abbruch. Er wurde selbstherrlicher Präsident eines arroganten Fußballvereins, gab sich sozial und hinterzog zugleich Millionen an Steuergeldern. Da dies wie auch das Schmuggeln teurer Uhren bei diesem Fußballverein zu den Kavaliersdelikten gezählt wird, tat es wiederum seiner Karriere keinen Abbruch. Die Geldkoffer aus der Schweiz hätte er damals ja am liebsten auf den Mond geschossen. Oder halt - hat er das nicht sogar getan? Auch das zeigt sich im Jahr 2028...

 

Dezember 2018
 

 

 

 

 

Thermopylai

Pastellkreide

40 x 30 cm
 

Im Sommer 2018 war ich in Mittelgriechenland und besuchte dort u.a. auch die heißen Schwefelquellen der Thermopylen bei Lamia. Die Farben, die das schwefelhaltige Wasser auf die Felsen zaubert, sind für einen Zeichner natürlich unglaublich faszinierend. Sie und das Fließen des Wassers zu bannen, war Ziel dieses Bildes.

Die Thermopylen sind der Ort einer berühmten Schlacht zwischen Persern und Spartanern im Jahr 480 v.Chr.. Hier starb Leonidas und in der Nähe steht die Stele mit den berühmten von Schiller übersetzten Worten „Wanderer, kommst du nach Sparta…“. Die modernen Griechen haben aus den Quellen aber leider einen Un-Ort gemacht. Ein Teil der Wasserläufe ist von den Betonwänden einer verlassenen Tankstelle eingefasst und in der unmittelbaren Nachbarschaft steht die trostloseste Flüchtlingsunterkunft, die ich in meinem Leben je gesehen habe. Ich habe versucht, die Quellen der Thermoplen in dem Bild so dazustellen, wie Leonidas sie gesehen haben mag: Ein unberührtes Farbenspiel rauschenden heißen Schwefelwassers. Übelriechend und damals sicherlich unerklärlich, aber ein wunderbares Naturschauspiel.

 

Dezember 2018
 

 

 

 

 

Arkitsa

Pastellkreide

40 x 30 cm
 

Eine weitere Impression aus Mittelgriechenland. Der Kiesstrand präsentierte sich uns so im Abendlicht. Im Hintergrund erstreckt sich die Insel Euböa. Im Dunst verschwindet Pilio, die Heimat der Kentauren.

  

Dezember 2018
 

 

 

 

 

USS Creationism, Sternzeit 6022

Pastellkreide

48 x 22 cm

 

„USS Creationism, Sternzeit 6022“ ist das siebzehnte Werk zu einer Serie von Pastellen gleichen (und extremen Quer-)Formats unter dem Arbeitstitel „Der Narrenspiegel“, mit denen ich meinen Mitmenschen mal satirisch, mal auch etwas boshafter einen solchen vorhalten möchte.   

Bei  aller - auch meiner - Kritik an der katholischen Kirche: Auch ich als Protestant muss zugeben, dass protestantisch-Evangelikale insbesondere in ihrer US-amerikanisch-erzkonservativen Ausprägung die christliche Antwort auf die Hisbollah, die Taliban und den IS zugleich sind. Und um auch das konsequent zu trennen: Bei aller Kritik am konservativen Lebensstil und z.B. der Rolle der Frau dort war ich immer voller Hochachtung vor der konsequenten Friedensüberzeugung und Gewaltlosigkeit von Pietisten und Quäkern. Kommt aber eine krude christliche Heilsüberzeugung mit einem US-waffenstrotzendes "America First" in einem "Hirn" zusammen, wird es richtig gruselig. Da jubelt der evangelikale Beraterkreis des US-Präsidenten zur Entscheidung, die US-Botschaft nach Jerusalem zu verlegen, weil es ein Schritt in Richtung Armageddon ist. Da wird in den USA diskutiert, den Kreationismus gleichberechtigt neben Darwins Evolutionslehre in den Schulen zu unterrichten. Und da wählt man dann halt auch in der Konsequenz den Präsidenten gleicher Geisteshaltung, den man nun auch heute hat. Das wirklich gruselige daran ist, dass es nicht nur einzelne Wirrköpfe sind, die in den USA so auftreten, sondern eine breite Bewegung. Eben mit einem Präsidenten, ganz vorne dran, auf den der Begriff "Wirrkopf" ja genauso gut passt.

Das Bild nimmt dies auf. Auf dem fiktiven, natürlich flachen Raumschiff steht vorne David Barton, eine Wirrkopf-Symbolfigur. Barton, wenig überraschend texanischer Republikaner, ist TV-Prediger und positioniert sich gegen Abtreibung und die Rechte von Homosexuellen, vertritt den Kreationismus, zweifelt an der globalen Erwärmung und argumentiert, Steuern, gesetzliche Mindestlöhne und gewerkschaftliche Organisation gehörten nicht zum Christentum. Mit solchen Grundhaltungen ist es dann nicht mehr weit zur Bücherverbrennung. Mit ihm singen berockte und Kopftuch tragende (ja, auch Christen kennen den Kopftuchzwang!) Frauen das Halleluja. Adam und Eva müssen natürlich dabei sein, der Baum der Erkenntnis ist verdorrt und die Schlange verlässt das Boot, weil es hier nichts mehr zu holen gibt. Der Titel ist natürlich eine Anspielung auf "Star Trek". Die Kreationisten gehen von einem Weltbeginn 4004 v. Chr. aus. 4004 + 2018 = Sternzeit 6022....

 

November 2018
 

 

 

 

 

Stellwerk Plattling (Driking II)

Bleistift

31 x 25 cm
 

Das Radtourenfahren ist neben dem Zeichnen eine meiner großen Leidenschaften. Ich liebe die damit verbundene Entschleunigung, die langsame Veränderung der vorbeiziehenden Orte und die Möglichkeit zum spontanen Verweilen (und Zeichnen). Das brachte mich schon seit längerer Zeit auf die Idee, beides zu verbinden und die Eindrücke von den Touren auf Zeichnungen festzuhalten. Drawing+Biking = Driking. Die Zeichnung des alten Stellwerks in Plattling ist das zweite fertiggestellte Driking und spiegelt meine Faszination für alte, vom Zahn der Zeit angenagte Industriebauten mit ihrer ganz eigenen Patina.

In lockerer Reihung werden weitere folgen. 

  

November 2018