Klaus Busch - Bilder & Illustrationen

Neueste Werke

Frisch vom Zeichentisch

 

 

USS Creationism, Sternzeit 6022

Pastellkreide

48 x 22 cm

 

„USS Creationism, Sternzeit 6022“ ist das siebzehnte Werk zu einer Serie von Pastellen gleichen (und extremen Quer-)Formats unter dem Arbeitstitel „Der Narrenspiegel“, mit denen ich meinen Mitmenschen mal satirisch, mal auch etwas boshafter einen solchen vorhalten möchte.   

Bei  aller - auch meiner - Kritik an der katholischen Kirche: Auch ich als Protestant muss zugeben, dass protestantisch-Evangelikale insbesondere in ihrer US-amerikanisch-erzkonservativen Ausprägung die christliche Antwort auf die Hisbollah, die Taliban und den IS zugleich sind. Und um auch das konsequent zu trennen: Bei aller Kritik am konservativen Lebensstil und z.B. der Rolle der Frau dort war ich immer voller Hochachtung vor der konsequenten Friedensüberzeugung und Gewaltlosigkeit von Pietisten und Quäkern. Kommt aber eine krude christliche Heilsüberzeugung mit einem US-waffenstrotzendes "America First" in einem "Hirn" zusammen, wird es richtig gruselig. Da jubelt der evangelikale Beraterkreis des US-Präsidenten zur Entscheidung, die US-Botschaft nach Jerusalem zu verlegen, weil es ein Schritt in Richtung Armageddon ist. Da wird in den USA diskutiert, den Kreationismus gleichberechtigt neben Darwins Evolutionslehre in den Schulen zu unterrichten. Und da wählt man dann halt auch in der Konsequenz den Präsidenten gleicher Geisteshaltung, den man nun auch heute hat. Das wirklich gruselige daran ist, dass es nicht nur einzelne Wirrköpfe sind, die in den USA so auftreten, sondern eine breite Bewegung. Eben mit einem Präsidenten, ganz vorne dran, auf den der Begriff "Wirrkopf" ja genauso gut passt.

Das Bild nimmt dies auf. Auf dem fiktiven, natürlich flachen Raumschiff steht vorne David Barton, eine Wirrkopf-Symbolfigur. Barton, wenig überraschend texanischer Republikaner, ist TV-Prediger und positioniert sich gegen Abtreibung und die Rechte von Homosexuellen, vertritt den Kreationismus, zweifelt an der globalen Erwärmung und argumentiert, Steuern, gesetzliche Mindestlöhne und gewerkschaftliche Organisation gehörten nicht zum Christentum. Mit solchen Grundhaltungen ist es dann nicht mehr weit zur Bücherverbrennung. Mit ihm singen berockte und Kopftuch tragende (ja, auch Christen kennen den Kopftuchzwang!) Frauen das Halleluja. Adam und Eva müssen natürlich dabei sein, der Baum der Erkenntnis ist verdorrt und die Schlange verlässt das Boot, weil es hier nichts mehr zu holen gibt. Der Titel ist natürlich eine Anspielung auf "Star Trek". Die Kreationisten gehen von einem Weltbeginn 4004 v. Chr. aus. 4004 + 2018 = Sternzeit 6022....

 

November 2018
 

 

 

 

 

 

Stellwerk Plattling (Driking II)

Bleistift

31 x 25 cm
 

Das Radtourenfahren ist neben dem Zeichnen eine meiner großen Leidenschaften. Ich liebe die damit verbundene Entschleunigung, die langsame Veränderung der vorbeiziehenden Orte und die Möglichkeit zum spontanen Verweilen (und Zeichnen). Das brachte mich schon seit längerer Zeit auf die Idee, beides zu verbinden und die Eindrücke von den Touren auf Zeichnungen festzuhalten. Drawing+Biking = Driking. Die Zeichnung des alten Stellwerks in Plattling ist das zweite fertiggestellte Driking und spiegelt meine Faszination für alte, vom Zahn der Zeit angenagte Industriebauten mit ihrer ganz eigenen Patina.

In lockerer Reihung werden weitere folgen. 

  

November 2018
 

 

 

 

 

 

Der Moment bei der allgemeinen Hirnverteilung, als Gott merkte, dass er nicht genug dabei hat

Pastellkreide

48 x 22 cm

 

Der Moment bei der allgemeinen Hirnverteilung“ ist das sechzehnte Werk zu einer Serie von Pastellen gleichen (und extremen Quer-)Formats unter dem Arbeitstitel „Der Narrenspiegel“, mit denen ich meinen Mitmenschen mal satirisch, mal auch etwas boshafter einen solchen vorhalten möchte.   

Spässle? Ja, aber nicht nur. Vom lärmend sinnlos die Luft verpestenden Quadfahrer zu den Damen und Herren vom rechten Rand mit den dumpfen unreflektierten Parolen, vom grenzdebilen amerikanischen Präsidenten hin zu den Stars der privaten Fernsehsender scheint eines in diesen Tagen zu gelten: "Dumb ist beautiful", hohl ist hipp. Mit merkwürdigem Stolz wird das zur Schau getragen und die Masse jubelt. Je einfacher desto besser. Und die Schlange der Menschen, die bei der allgemeinen Hirnverteilung zu spät kamen, ließe sich endlos verlängern. Bezeichnend für die Welt, in der wir leben, ist aber, dass man sie (er-)kennt.

  

Oktober 2018
 

 

 

   

   

 

Wellkamm tuh Dschörmenni

Pastellkreide

48 x 22 cm

 

„Wellkamm tuh Dschörmenni“ ist das fünfzehnte Werk zu einer Serie von Pastellen gleichen (und extremen Quer-)Formats unter dem Arbeitstitel „Der Narrenspiegel“, mit denen ich meinen Mitmenschen mal satirisch, mal auch etwas boshafter einen solchen vorhalten möchte.   

Was ist typisch deutsch? Wohl vieles, was hier klischeehaft auf dem Bild erscheint. Und wie wird man sich fühlen als Fremder in "Dschörmenni", vielleicht aus einem Land kommend, in dem Gastfreundschaft ein hohes Gut der eigenen Kultur ist? Fremd, vermutlich. Wie auch anders in einem Land, in dem es "Fremdenzimmer" statt "Gästezimmer" gibt und Fremdenfeindlichkeit mindestens ebenso weit verbreitet ist wie das Tragen weißer Socken zu Sandalen. Wobei die Schnittmenge hier sicherlich groß ist. Willkommen also in einem fremdelnden Land. Gastfreundschaft und Schutz zählen leider nicht zu dessen "Leitkultur". Eher das, was auf dem Bild zu sehen ist. Und wer immer auf Knien um Einlass und Schutz bittet, dem bietet sich wohl genau dieses Bild...

  

Oktober 2018
 

 

 

 

 

The Show Must Go On (Portrait Anette und Martin C.) 

Pastellkreide und Aquarell

44 x 35 cm

 

 Bei dem Bild handelt es sich tatsächlich (irgendwie) um ein Portrait von einer Schulfreundin und ihrem Mann. Sie ist begeistert von dem Musical "The Greatest Showman". Einen Teil des Ensembles findet man deshalb im Bild wieder, ergänzt durch die beiden im "Showman"-Outfit. Den Ort der Szenerie habe ich aber grundsätzlich verändert. Vor unserer gemeinsamen früheren Schule steht das Denkmal, an dem wir als Jugendliche oftmals "abhingen". Geographisch steht es nicht da, sondern in einem Park in der Nähe. Ich habe es hier quasi zu einem unwirklichen Erinnerungsort komprimiert. Die Schule im Hintergrund ist mit Aquarellfarben und alles andere mit Pastellkreiden gefertigt.

  

Oktober 2018
 

 

   

 

 

Ornbau / Altmühltal (Driking I)

Bleistift und Kohle

36 x 25 cm

 

Das Radtourenfahren ist neben dem Zeichnen eine meiner großen Leidenschaften. Ich liebe die damit verbundene Entschleunigung, die langsame Veränderung der vorbeiziehenden Orte und die Möglichkeit zum spontanen Verweilen (und Zeichnen). Das brachte mich schon seit längerer Zeit auf die Idee, beides zu verbinden und die Eindrücke von den Touren auf Zeichnungen festzuhalten. Drawing+Biking = Driking. Die Zeichnung von Ornbau im Altmühltal ist nun das erste fertiggestellte Driking von einer Tour 2017 im Altmühltal.

In lockerer Reihung werden weitere folgen. 

  

Oktober 2018
 

 

 

   

 

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Die Künstlergruppe IMAGO hat dieses Jahr einen gruppeninternen "Wettbewerb" vereinbart. Jedes Mitglied erstellt ein Bild zum Thema "Propheten". Dabei gilt für alle Bilder ein einheitliches Format von 80 x 120 cm.

 

Meine "Propheten" sind fertig. Da die Ergebnisse dieses Gemeinschaftsprojekts aber bei einer noch festzulegenden IMAGO-Ausstellung im Jahr 2019 gemeinsam für das Publikum "enthüllt" werden sollen, muss ich das Ergebnis meiner "Propheten" derzeit noch für mich behalten.

 

Ich werde hier berichten, wann die Enthüllung ansteht...

 

September 2018
 

 

   

 

Kopf hoch

Pastellkreide

48 x 22 cm

 

„Kopf hoch“ ist das vierzehnte Werk zu einer Serie von Pastellen gleichen (und extremen Quer-)Formats unter dem Arbeitstitel „Der Narrenspiegel“, mit denen ich meinen Mitmenschen mal satirisch, mal auch etwas boshafter einen solchen vorhalten möchte.   

Die Bildidee ist an einer Fußgängerampel entstanden, als mir mehrere Menschen gegenüberstanden, die auf ihr Smartphone schauten und Gefahr liefen, die Grünphase zu verpassen. Genau darum geht es. Nimmt uns die digitale Kommunikation inzwischen so gefangen, dass wir Gefahr laufen, wichtige Dinge im Leben zu verpassen? Müssen wir tatsächlich alles im Leben posten und teilen? Vielleicht sollten wir ab und zu den Kopf hochnehmen und davon abschalten. Raffaels Engel aus der Sixtinischen Madonna auf dem Plakat können da Vorbild sein. Es gilt, den neugierigen Blick auf die reale Welt neu zu entdecken.

  

August 2018
 

 

 
 

 

 

RTL II oder German Leitkultur

Pastellkreide

48 x 22 cm

 

„RTL II oder German Leitkultur“ ist das dreizehnte Werk zu einer Serie von Pastellen gleichen (und extremen Quer-)Formats unter dem Arbeitstitel „Der Narrenspiegel“, mit denen ich meinen Mitmenschen mal satirisch, mal auch etwas boshafter einen solchen vorhalten möchte.  

Unter den entlarvenden Plakaten liegen die Couch-Potatoes und ergötzen sich an Reality-Soaps und Fake-News, im Hintergrund erfreut sich ein auffallend kahlköpfiger junger Mann an der brennenden Asylunterkunft draußen vor dem Haus Haus und der Hemdsärmlige davor verschläft all das ebenso wie die drei Herren im Vordergrund nach ihrem Gelage. Ein deutsches Sittenbild. Fritz Bauer fragte einmal sinngemäß, wie wir es wagen können, stolz auf Goethe und Schiller zu sein, denn wir haben deren Werke nicht geschrieben. Ich würde das dahin weiterspinnen, dass ein Großteil derer, die heute lauthals eine deutsche Leitkultur propagieren, diese Werke nicht nur nicht geschrieben haben, sondern auch nie freiwillig lesen würden. Worauf können wir also stolz sein? Doch nur auf das, was wir auch selbst geleistet haben.  Und was soll dann eine deutsche Leitkultur sein? Deutsche Dieselautos? Florian Silbereisen und Helene Fischer?

Fünf Minuten RTL II dürften ausreichen, jeden Antwortversuch im Keim zu ersticken... 

 

Juni 2018