Klaus Busch - Bilder & Illustrationen

Neueste Werke

Frisch vom Zeichentisch

 

 

 

Climate Changes²

Pastellkreide

50 x 70 cm

 

Angeregt durch die Ausschreibung des Kunstvereins Deggendorf zur diesjährigen Mitgliederausstellung zum Thema "Klimawandel" im Kunstforum im Palais im Stadtpark in Deggendorf ist dieses Bild entstanden. Es greift die Idee einer früheren Arbeit auf und ergänzt diese. Der Titel als Wortspiel umschreibt das: "Climate Changes" kann im Deutschen sowohl der Plural von "Klimawandel" sein als auch "Das Klima verändert sich" heißen. Deshalb heißt es auch "Climate Changes²", also im Quadrat. Der Klimawandel an sich wird nur von weniger vernunftbegabten Menschen noch geleugnet. Die landen dann entweder in der AfD oder werden US-amerikanischer Präsident. Das Bild überspitzt die Folgen des Klimawandels und karikiert zugleich den politischen Klimawandel (den zunehmenden politischen Frost zwischen den Staaten wegen der zunehmenden Zahl egozentrischer Despoten). Der eine Despot hat gerade sein Credo vom "America First" auf den über Wasser gebliebenen Rest der Freiheitsstatue gesprüht, der andere folgt ihm vergnügt im Schlauchboot und der "Rocket Man" heischt auf seiner schwimmenden Rakete weiter um Aufmerksamkeit, während hinten die Gletscher abbrechen.


April 2018
 

 

 

 

 

 

Der Narrenspiegel

Pastellkreide

21 x 21 cm

 

Der „Narrenspiegel“ ist das Titelbild zu einer Serie von Pastellen ansonsten gleichen (und extremen Quer-)Formats unter dem gleichnamigen Titel (siehe "Narrenspiegel u.a"), mit denen ich meinen Mitmenschen mal satirisch, mal auch etwas boshafter einen solchen vorhalten möchte.  

Im Sinne eines Memento Mori thematisiert der "Narrenspiegel" die Rolle des Narren, die ich versuche, mit den Narrenspiegel einzunehmen. Das ungeschminkte Vorhalten der Wahrheit. So ist die Jugend und die Schönheit ein vergängliches Gut, was all den Wahn darum so absurd erscheinen lässt. Das Spiegelbild, bewusst in Grautönen, macht das deutlich. Es zeigt das Alter und das Vergehen. Darauf will der Narr im Vordergrund hinweisen. Und der zeichnende Narr mit seinem Narrenspiegel auch...


März 2018
 

 

 

 

 

 

Meer VI

Bleistift

38 x 28 cm
   

 

 

Meer V

Bleistift

28 x 38 cm

 

Als kleine "Fingerübung" dazwischen mal wieder zwei Bleistiftzeichnungen. An dem Meermotiv hat mich vor allem fasziniert, dass man mit so etwas Staubtrockenem wie einem Bleistift etwas so Nasses wie eine Meeresoberfläche zeichnen kann...


März/April 2018
 

 

 

 

 

 

Capricho Nr. 43, Update 4.0

Pastellkreide

48 x 22 cm

„Capricho Nr. 43, Update 4.0“ ist das zehnte Werk zu einer Serie von Pastellen gleichen (und extremen Quer-)Formats unter dem Arbeitstitel „Der Narrenspiegel, mit denen ich meinen Mitmenschen mal satirisch, mal auch etwas boshafter einen solchen vorhalten möchte.  

Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer (El sueño de la razón produce monstruos) ist eine der berühmtesten Radierungen von  Francisco de Goya. Es ist das 43. Bild der insgesamt 80 Aquatinten aus Goyas Serie „Los Caprichos“. Die Goya-Expertin Eleanor Axson Sayre schreibt hierzu: „ Der Betrachter des Bildes wird aufgefordert, nicht zu schlafen, sondern wachsam zu sein, denn sonst kann man die Ungeheuer der Ignoranz und des Lasters weder erkennen noch bekämpfen.“
In einer Wettbewerbsausschreibung des BBK Oberbayern Nord und Ingolstadt unter dem Titel „Frankenstein 4.0“ heißt es: „In unserer Zeit der 4. Industriellen Revolution (Industrie 4.0) stehen der Glaube an ewiges Wachstum durch technologischen Fortschritt und die Ökonomisierung des Menschen in einer globalisierten Welt einem diffusen Gefühl der Verunsicherung diametral gegenüber. Eine der emotionalen Reaktionen vieler Menschen ist der Rückzug in eine verklärte und trivialisierte Vergangenheit.“ Das hat mich zu der Arbeit inspiriert. Staunend steht man vor dem Phänomen, dass in unseren scheinbar aufgeklärten Zeiten weltweit mehr und mehr Politiker Zulauf finden, die Wahrheiten verbiegen und zu einem Brei widerlicher Vereinfachungen machen, die keiner Hinterfragung standhalten. Nur will man halt nicht hinterfragen. Weil die Welt zu kompliziert geworden ist? Schaffen wir also deshalb im frankensteinschen Sinne diese Monster? Nur industrieller, austauschbarer? Die Firma Frankenstein & Co. scheint es im Bild so zu machen.
Zeit, die Vernunft zu wecken!

 

 

El sueño de la razón produce monstruos

Francisco de Goya, um 1797-1799

Aquatinta-Radierung

21,6 × 15,2 cm

Die Platte befindet sich im Museo de Calcografía Nacional, Madrid

 
März 2018
 

 

 

 

 

 

Grodgriabigfindsdaherrschmidtimgäu

Pastellkreide

48 x 22 cm

Grodgriabigfindsdaherrschmidtimgäu“ ist das neunte Werk zu einer Serie von Pastellen gleichen (und extremen Quer-)Formats unter dem Arbeitstitel „Der Narrenspiegel, mit  denen ich meinen Mitmenschen mal satirisch, mal auch etwas boshafter einen solchen vorhalten möchte.

"Da Gäu" ist die niederbayerische Bezeichnung, für den Gäuboden, die fruchtbare und ertragreiche Landschaft in der Donausenke zwischen Regensburg und Osterhofen und somit direkt vor meiner Haustür. Er ist gekennzeichnet durch Agrarwüsten für den Anbau von Zuckerrüben, Futtermais und Spreewaldgurken, ist geprägt durch sich hochherrschaftlich bis zur Wahlfälschung generierende Großbauern und ist wegen der agrarindustriellen Nutzung eine der trostlosesten Landschaften, die ich kenne. Statt Bäumen und Feldhainen gibt es Rübenmieten und Kieswerke.

"Da Herr Schmidt", rechts am Bildrand, ist jener Landwirtschaftsminister, der neulich entgegen aller Vernunft und Absprachen die Verlängerung der Glyphosatzulassung durchgesetzt hat, vermutlich um zumindest am Ende der Legislaturperiode endlich einmal dafür zu sorgen, dass ihn jemand namentlich kennt. Die paar toten Bienen, im Bild auf den Steinen im Vordergrund, sind da egal. Die Profilneurose und das Bedienen der Stammklientel sind da wichtiger...

"Griabig" findet es der Herr Schmidt also im Gäuboden. Das ist seine Vorstellung von Agrarlandschaft! "Griabig" lässt sich leider nicht 1:1 ins Hochdeutsche übersetzen. Ein "griabiger" Ort ist ein Ort, an dem es sowohl gemütlich ist als auch fröhlich zugeht, wo man sich wohlfühlt. Wie der Herr Schmidt in den Wüsten des "Gäu".

Die besondere Form des Titels ist angeregt durch Tanja Hofmann aus Zwiesel, die wunderbare Bilder malt und ihren Bildern eben solche wunderbaren Titel gibt. Ich durfte sie auf einer gemeinsamen Ausstellung im Baderhaus in Bischofsmais kennenlernen und hoffe, dass sie mir meine Anleihe bei ihr bei der Bilderbetitelung verzeiht.

 

Januar 2018

 

 

 

 

 

 

Westliche Zwingergasse Deggendorf

Aquarell und Pastellkreide

24 x 32 cm

 

   

 

 

 

Alte Lahnbrücke Limburg

Aquarell und Pastellkreide

32 x 24 cm
   

 

 

 

 

Hospitalkirche Wetzlar

Aquarell und Pastellkreide

32 x 24 cm
   

Drei Veduten, drei Auftragsarbeiten, nacheinander entstanden. Spannenderweise drei Orte, die mit meinem Leben zu tun haben. In Limburg bin ich geboren, in Wetzlar aufgewachsen (in der Hospitalkirche wurde ich konfirmiert) und in Deggendorf lebe ich heute. Die Gebäude sind in der Regel als Aquarelle gefertigt, teilweise mit Kreide etwas strukturiert. Da, wo es dieser gröberen Struktur grundsätzlich bedurfte (bei den Natursteinbrücken und dem Pflaster) überwiegt der Kreideanteil, ebenso beim Himmel und den Flusslandschaften.

 

Januar 2018

 

 

 

 

  

 

Panta Rhei

Pastellkreide

60 x 85 cm
 

Platons Zitat der Flusslehre Heraklits „Pánta chorei kaì oudèn ménei“ besagt: Alles fließt und nichts bleibt; es gibt nur ein ewiges Werden und Wandeln“. Nach der Tradition der platonischen Schule erscheint die Lehre des Heraklit nur als eine solche des Werdens und Vergehens. Nach Nietzsche handelt es sich gar um eine „Bejahung des Vergehens“. Die Flusslehre Heraklits sieht aber darüber hinaus die primäre Welterfahrung in dem fortwährenden Stoff- und Formwechsel. Sie ist eine Metapher für die Prozessualität der Welt. Das Sein ist das Werden des Ganzen und dennoch immer nur ein kurzer Augenblick. Das Sein ist demnach nicht statisch  sondern ewiger dynamischer Wandel. Wie das Wasser. Goethe sagte verkürzt: „Man schwimmt niemals im gleichen Fluss“. Hinter und zugleich in dem unaufhörlichen Fluss steht die Einheit: Einheit in der Vielheit und Vielheit in der Einheit. 

Darum soll es gehen in diesem Bild. Der Tropfen wird zum Meer und wieder zum Tropfen. Diesen Augenblick des Entstehens, Vergehens und Wiedererstehens versucht das Bild surreal zu erfassen. Viel besser lässt sich auch das menschliche Leben nicht beschreiben: Panta Rhei – Alles fließt.

  

Dezember 2017

 

 

 

 

 

 

Astronaut John D. Smith drehte sich gerade um,
als der Klimawandel beschloss, von nun an gerechter zu werden

Pastellkreide

48 x 22 cm

„Astronaut John D. Smith...“ ist das achte Werk zu einer Serie von Pastellen gleichen (und extremen Quer-)Formats dem Arbeitstitel „Der Narrenspiegel, mit denen ich meinen Mitmenschen mal satirisch, mal auch etwas boshafter einen solchen vorhalten möchte.

Das Bild ist eine Art geographisches Rätselbild, da vielleicht - wenn man unvorbereitet an das Bild herantritt - nicht sofort klar wird, warum der Klimawandel denn nun gerechter wird. Der Ausschnitt der Erdkugel, der auf dem Bild zu sehen ist, zeigt Nordamerika. Ein Staat - und nur ein Staat, exakt in seinen Grenzen - ist aber im blauen Ozean verschwunden. Der Staat, der Klimaabkommen aufkündigt. Der Staat, der sich immer "first" sieht. Wäre das nicht schön, wenn der Klimawandel so gerecht wäre, dass nicht Südsee-Atolle, sondern die Verursacher selbst alleine die Folgen zu tragen hätten. Diese unmögliche Vision zeigt dieses Bild mit dem - von mir immer so geliebten - kryptischen Titel.

Und in der Hoffnung, dass Herr D.T. nicht nur twittert, sondern auch googelt: Mr. "President", the title of the painting is: "Spaceman John D. Smith just turned around as the climate change decided to be more just from now on". I'm looking forward to your twitter-outrage...

 

Dezember 2017

 

 

 

 

 

 

Fair Is Foul And Foul Is Fair

Pastellkreide

48 x 22 cm

Fair Is Foul And Foul Is Fair“ ist das siebte Werk zu einer Serie von Pastellen gleichen (und extremen Quer-)Formats unter dem Arbeitstitel „Der Narrenspiegel, mit denen ich meinen Mitmenschen mal satirisch, mal auch etwas boshafter einen solchen vorhalten möchte.

"Fair is foul and foul is fair" sagen die drei Hexen in Akt 1 Szene 1 von Shakespeares Macbeth. Sie bereiten sich vor, im Reich des Duncan Verwirrung zu stiften. Fake News zu verbreiten also. Wie treffend! Die Hexen symbolisieren die Verkehrung von Gut und Böse, von Schlechtem und Gutem. Diese Verkehrung ist das Leitmotiv in Macbeth und scheint zunehmend auch das Leitmotiv unserer realen Welt zu werden. Der Schein und die Realität sind gerade für Macbeth und Lady Macbeth nur selten zwei Dinge, die sich einander gleichen sollten. Jedes Mittel scheint ihnen recht um an die Herrscherkrone zu kommen.

 Und so rühren hier in einer Art Walpurgisnachtszene eine Vielzahl Hexen in den Köpfen heutiger Despoten: Sie stiften Verwirrung in Köpfen, denen definitiv jedes Mittel recht ist, an die Macht zu kommen und diese zu behalten. Heißen sie Erdogan, Putin oder Trump. Man hätte die Reihe der Köpfe nahezu endlos ergänzen können. Und im Vordergrund köchelt der "Fake-News-Verwirrungs-Trank" schon in den Köpfen der Möchtegern-Despoten, seien es Herr Orban, Frau Le Pen, Herr Gauland, Herr Wilders oder Herr Strache...

Eine Art Vorabzug des Bildes ist das Bild "...and foul is fair", vor ein paar Wochen erstellt als mein Beitrag zu dem internationalen Mail-Art-Projekt "Trump".

 

November 2017