Klaus Busch - Bilder & Illustrationen

Neueste Werke

Frisch vom Zeichentisch

 
 
 

  

Am Vorabend des Maskenballs der Zeichnergilde

Mischtechnik

38 x 29 cm

 

Inspiriert von der diesjährigen Ausschreibung für die Sommerausstellung des Kunstvereins Deggendorf zum Thema "Maskenfest" wollte ich etwas machen, was nicht mit Corona, Theater oder den Masken zu tun hat, die wir uns alltäglich unsichtbar aufsetzen. Ich wollte die Zauberwirkung der Zeichnung zum Thema machen, das Zauberhafte der Kreativität. Wir Kreativen machen uns einen Teil unseres Lebens einfach selbst. So spielt die Zeichnung mit dem "Bild im Bild", mit Dimensionalitäten und deren Durchbrechen. Ein "Augentäuscher" und ein "Augenzauberer", ganz im Sinne des "Maskenfests".

Ursprünglich wollte ich es ganz einfach "Hä?" nennen. Das passte aber irgendwie nicht zum "Maskenfest". Dann war ich bei einem italienischen Titel, wegen der venezianischen Maske. Das hatte aber zu viel Hybris. So wurde es dann doch noch der jetzige. Gefertigt mit Aquarellfarben (der Zeichenblock), Bleistift und Pastellkreide.

 

Mai 2021 

  

 

 
 
 

 

Joy

Pastellkreide

56 x 42 cm

 

Ein auch für mich selbst überraschend positives Bild mitten in Corona-Pandemiezeiten. Es geht um das Hintersichlassen, das Abwerfen von Ballast und die Vorfreude auf Nach-Corona-Zeiten, die es trotz aller kruden Querdenker-Verschwörungsszenarien geben wird. Es geht um die Freude am Leben, das Freuen über und auf die kleinen und damit unbezahlbaren Dinge. Und es geht zeichnerisch um das Licht, wie so häufig.

 

Mai 2021 

  

 

 

 

 

Hospitalkirche Wetzlar III

Aquarell, Pastellkreide, Tusche

20 x 24 cm

 

Und gleich nochmal - sozusagen auf vielfachen Wunsch - eine Vedute der Hospitalkirche. Die dritte Seite und somit auch die letzte zeichenbare Seite, ohne sich zu wiederholen. Auch hier ist es im Kern ein Aquarell, mit Ergänzungen in Pastellkreide und Tusche. Die Autos, die sonst den Platz prägen, habe ich ebenso wie die störenden Schilder und Parkscheinautomaten einfach "weggezaubert".

 

Mai 2021 

  

 

 

 

Hospitalkirche Wetzlar II

Aquarell, Pastellkreide, Tusche

24 x 32 cm

 

Mal wieder eine Vedute, mal wieder aus meiner Heimatstadt, mal wieder die Hospitalkirche. Weil so viele gefragt haben, ob ich nicht noch ein Bild von der Hospitalkirche machen könnte. Und weil sie ja sehr viel mit meinem Leben zu tun hat, immerhin wurde ich hier konfirmiert. Da ich aber nie das gleiche Bild zweimal mache, diesmal die Ansicht von der anderen Seite, nicht von der Lahn. Wie immer bei  den Veduten ist es im Kern ein Aquarell. Dort, wo ich ein wenig Patina brauchte, habe ich Pastellkreiden genommen. Und manch feiner Strich wurde mit der Tuschefeder gezogen.

 

April 2021 

  

 

 
 

 

The Joy of Drawing

Pastellkreide und Bleistift

24 x 30 cm

 

Der kreative Schaffensprozess ist und bleibt ja etwas ewig-faszinierendes. Und auch die mit dem Zeichnen erzielbare Täuschung des Sehens ist etwas, was mich in meiner künstlerischen Arbeit immer wieder beschäftigt. So ist, aufbauend auf dem vorherigen Bild "Stenar IX", dieser "Augentäuscher" entstanden. Mit Kreide Kreidestücke zu zeichnen hatte ja schon etwas. Ein Bild über die Freude und die Lust am Zeichnen. Mit einer Anleihe an einer bekannten amerikanischen Fernsehserie im Titel.

 

März 2021 

  

 

 
 

 

Stenar IX

Pastellkreide

23 x 23 cm

 

Dazwischen mal wieder eines der von mir so geliebten und beim Publikum so beliebten Steinebilder. Das zeichnerische Vertiefen in Tekturen ist ein meditatives Arbeiten. Das sollte zwischendrin immer mal möglich sein.

 

März 2021 

  

 

 
 

 

Was bleibt: Sprache

Kohle, Bleistift und Tusche

30 x 21 cm

 

Ein Beitrag zur Ausschreibung des Heidelberger Forums für Kunst zum Thema „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland", das dieses Jahr unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten in zahlreichen Facetten bespielt wird. Die Ausstellung WAS BLEIBT in Heidelberg möchte künstlerische Werke in allen zeichnerischen Techniken im Format DIN A 4 präsentieren, die sich mit Aspekten dieser Vielfalt jüdischen Lebens und Wirkens auseinandersetzen und damit sichtbar machen, dass jüdische Menschen ein integraler Bestandteil der Bevölkerung hierzulande sind und waren. Und es geht darum, sichtbar zu machen, was von diesem Wirken bis in die Gegenwart geblieben ist. 

 Geblieben und lebendig geblieben ist für mich bis heute die Sprache. Viele Begriffe haben aus dem Jiddischen oder dem Hebräischen den Weg in unsere Alltagssprache gefunden. Die Sprache, die Worte und die Gedanken konnte man nicht töten. Jüdische Begriffe leben in der Sprache der Mörder fort. Das ist ein starkes Zeichen von WAS BLEIBT! Jüdische Besucher eines Grabes bringen traditionell einen Stein mit, um das Grab symbolisch zu bedecken. So liegen auf der Zeichnung auf einem alten jüdischen Friedhof zahlreiche dieser Erinnerungssteine. Manche enthalten Worte unseres Alltags mit jüdischen Wurzeln. So ist die Sprache etwas, was von 1700 Jahren jüdischem Leben in Deutschland allgegenwärtig geblieben ist.

 

März 2021 

  

 

 
 

 

Evolution - Devolution

Pastellkreide

48 x 22 cm

 

„Evolution - Devolution" ist das vierzigste und damit letzte  Bild einer Serie von Pastellen gleichen (und extremen Quer-)Formats unter dem Arbeitstitel „Der Narrenspiegel“, mit denen ich meinen Mitmenschen mal satirisch, mal auch etwas boshafter einen solchen vorhalten möchte.    

Die Evolution des Menschen verläuft nicht immer linear. So gab es immer wieder in der Menschheitsgeschichte Seitenentwicklungen, die in einer Sackgasse endeten. Auch gerade wieder lässt sich solch eine Seitenentwicklung beobachten, der Homo Stultus Xenophobiensis. Diese Seitenlinie driftet erstaunlicherweise immer nach rechts weg. Und endet nicht nur in einer Seitengasse, sondern hat gar eine Gegenentwicklung zur Evolution ausgelöst. Die rückwärtige Evolution - die Devolution.

 

Februar 2021 

  

 

 
 

 

(Studie zum Sozialverhalten so mancher) Hundebesitzer

Pastellkreide

48 x 22 cm

 

Die „(Studie zum Sozialverhalten so mancher) Hundebesitzer" ist das neununddreißigste Bild einer Serie von Pastellen gleichen (und extremen Quer-)Formats unter dem Arbeitstitel „Der Narrenspiegel“, mit denen ich meinen Mitmenschen mal satirisch, mal auch etwas boshafter einen solchen vorhalten möchte.    

 „Wie der Herr so’s Gescherr“, lautet ein deutsches Sprichwort, das vermutlich auf den Satz „Plane qualis dominus, talis et servus“ (Wie der Herr, so auch der Sklave) aus Titus Petronius Satyricon zurückgeht. Im Altgriechischen gab es ein Äquivalent, das übersetzt „Wie die Herrin, so die Hündin“ lautete. Und da schließt sich der Kreis.

Wessen Kinder sich im Sandkasten schon einmal in den Hundehaufen gesetzt haben, wer es jemals wagte, in einem öffentlichen Park etwa zehn Meter über die Wiese zu gehen, oder wer sich schon einmal als Radfahrer aus der gefühlt 30 Meter langen Hundeleine der gerade im Gespräch mit ihrer Begleiterin vertieften Besitzerin des daran hängenden Chihuahua befreien musste, wird wissen, was ich meine. Hunde sind soziale Wesen. Ihre Herrchen und Frauchen nicht immer. Die beanspruchen gerne einmal die mindestens 100 Quadratmeter um sie herum als nur ihnen und ihrem vierbeinigen Spiegelbild vorbehaltenen Raum. Egal, ob da zufällig ein Radweg verläuft, ein Spielplatz ist oder eine Parkbank steht.

 Das trifft definitiv nicht auf alle zu. Es gibt gut erzogene Hunde mit verantwortungsvollen Besitzer*innen. Ich kenne einige auch persönlich und schätze sie sehr. Aber Sätze wie „Der will nur spielen“, „Das hat er ja noch nie getan“ oder „Wacki, jetzt komm doch mal zu Mutti“ lösen bei mir gerne mal allergische Reaktionen aus. Irgendwie wird in diesen Mensch-Hund-Verhältnissen irgendetwas merkwürdig kompensiert. So ist es gerade auch in links-alternativen Kreisen bei sich in der Regel paleo-frugan-vegan ernährenden (zumeist) Frauen weit verbreitet, sich mit einem mindestens einen Meter großen fleischfressenden Monster zu umgeben. Auf diversen Festivals, DAMs und ähnlichen Veranstaltungen, wenn ich wieder über solch einen “freien Hund einer freien Bürgerin“ gestolpert bin, von diesem abgeschleckt wurde oder mir einen anderen Zelteingang suchen musste, habe ich mir schon die „Warum“-Frage gestellt. Aber nur ganz leise. Sonst bin ich ja gleich ein Macho. Ein böser tierhassender Macho. Ein böser tierhassender Macho, der ab und zu auch mal gerne (pfui!) dem Hund eine Bratwurst wegisst….

 

Februar 2021 

  

 

 
 

 

Das Strandtreffen der Tuningszene

Pastellkreide

48 x 22 cm

 

„Das Strandtreffen der Tuningszene" ist das achtunddreißigste Bild einer Serie von Pastellen gleichen (und extremen Quer-)Formats unter dem Arbeitstitel „Der Narrenspiegel“, mit denen ich meinen Mitmenschen mal satirisch, mal auch etwas boshafter einen solchen vorhalten möchte.    

Klimawandel, Meeresverschmutzung, Feinstaub, Lärm, alles egal, Hauptsache eine abstruse Form des Spaßes, scheint das Lebensmotto der anscheinend allgegenwärtigen Autotunerszene. In Extremfällen geht dieses "Ich will Spaß"-Ego dann bei entsprechenden Rennen auch über Menschenleben hinweg. Je ländlicher die Gegend, desto mehr ist dieses Phänomen scheinbar verbreitet. Negativer Höhepunkt des "Sch... auf die Umwelt, ich will Spaß" -Wahnsinns sind Quads und deren Fahrer (in seltene Fällen auch -innen) als Mixtur sinnfreier Technik und sinnentleerten Handelns.

Sie hat sich diesmal am ölverseuchten Strand getroffen, die Szene. Man sagt ja gerne, dass das Protzen mit Autos Ersatz für eine scheinbar fehlende Männlichkeit sei. Gliedverlängerung durch Technik. Aber das sind natürlich nur völlig aus der Luft gegriffene Vorurteile...

Doch halt, macht da nicht gerade die weibliche Besucherschaft eine ungeahnte Entdeckung?

 

Januar 2021 

  

 

 
 

 

Der Tanz um das goldene Rückgrat

Pastellkreide

48 x 22 cm

 

„Der Tanz um das goldene Rückgrat" ist das siebenunddreißigste Bild einer Serie von Pastellen gleichen (und extremen Quer-)Formats unter dem Arbeitstitel „Der Narrenspiegel“, mit denen ich meinen Mitmenschen mal satirisch, mal auch etwas boshafter einen solchen vorhalten möchte.    

Da haben sie sich versammelt, in einer Art "Danse Macabre": Menschen, die sich durch ihr Leben winden, ohne anzustoßen, ohne Meinung, ohne Aufbegehren gegen die vermeintlich Großen. Der aufrechte Gang ging ihnen schon lange verloren. So tanzen sie ihren absurden Reigen um eine ganz eigene Form des goldenen Kalbes. Vermissen sie ihr Rückgrat oder fühlen sie sich wohl im wendehälserischen Umgehen der Hindernisse und fortwährenden Einknicken vor Widerständen?

 Das Bild ist ein Plädoyer für diesen aufrechten Gang, für Haltung und Mut, zu den eigenen Werten zu stehen. Werte, nicht Verschwörungsmythen; Haltung, nicht abstruses "Querdenken"; Mut, nicht das Anschreien gegen alles "Fremde" aus der anonymen Masse heraus. Bettina Wegner sang es so treffend in ihrem Lied "Kinder":

 "Grade, klare Menschen
Wär'n ein schönes Ziel
Leute ohne Rückgrat
Hab'n wir schon zu viel"

 

Dezember 2020